Tiere Australiens
Die Fauna Australiens
Die isolierte Lage des australischen Kontinents macht ihn zur Heimat für eine global einzigarte und gerade dadurch faszinierend wirkende Tierwelt - angefangen von einer Vielzahl an Beuteltieren und Laufvögeln über die gefährlichen Jäger wie Krokodil und Hai bis hin zu den giftigsten Schlangen-, Spinnen- und Quallenarten.
Koala Australien
Ein ebenfalls für Australien bedeutendes Beuteltier ist der Koala (Phascolarctos cinereus), dessen Beutel jedoch entgegen dem des Kängurus nach unten geöffnet ist. Lediglich ein ringförmiger Schließmuskel verhindert das Herausfallen des Jungtiers.
Wie auch die Kängurus ist der Koala überall in Australien verbreitet, jedoch ist sein Bestand infolge der Zerstörung von Lebensräumen, zentral der die Nahrungsgrundlage bietenden Eukalyptuswälder, in heutiger Zeit bedroht.
Koalas besitzen ein silbergrau (im Norden) bis graubraun (im Süden) gefärbtes dickes Fell und einen sehr gedrungenen Körperbau, wodurch sich ein sehr niedliches, teddyähnlicher Aussehen ergibt.
Känguru Australien
Als das Wahrzeichen Australiens manifestiert sich das nachtaktive Känguru, das wohl populärste Beuteltier. Zur Familie der Macropodidae gehörend zeigt es sich in den verschiedensten Ausführungen – beginnend von der 23 cm kleinen Kängururatte (Dipodomys) bis hin zum bis zu 2m großen und etwa 90 kg schweren roten Riesenkänguru (Macropus rufus).
Populär sind v.a. auch die grau-braunen, zum Teil gestreiften Wallabies, welche eine mittlere Größe von etwa 45 bis 120 cm und ein entsprechendes Gewicht von ca. 12 bis 20 kg erreichen. Insgesamt lassen sich circa 45 Arten unterscheiden (darunter Baum-, Busch- oder Felskängurus). Entsprechend der Zuordnung zu den Beuteltieren entwickelt sich das nach etwa 20-40 Tagen Tragezeit geborene Jungtier anschließend im nach oben geöffneten und mit Milchzitzen ausgestatteten Beutel weiter und verlässt selbigen nach etwa einem halben Jahr gelegentlich und nach ca. einem Jahr endgültig. Als Ernährungsgrundlage dienen anschließend Gräser, Blätter sowie Früchte oder Knospen.
Die meisten Kängurus (Ausnahme Baumkänguru) bestechen infolge ihrer primär sprunghaften Fortbewegung durch kräftige Hinterbeine und einen langen, muskulösen Schwanz mit Stütz- und Balancefunktion. Als Lebensraum dienen Regenwälder ebenso wie Graslandschaften oder Steppen, wodurch Kängurus in Gesamtaustralien, die Gattung der Wallabies primär an der Nord-, Ost- und Südküste zu finden sind.
Zu den ebenso populären australischen Beuteltieren zählen die Familie der Wombats sowie auch der Tasmanische Teufel (Sarcophilus harrisii). Der braun gefärbte Wombat erreicht eine Kopf-Rumpflänge von bis zu einem Meter bei einem Gewicht von ca. 20-40kg. Sein starker Thorax und seine sehr kurzen Gliedmaßen geben ihm dabei ebenfalls ein sehr gedrungenes und bären-ähnliches Aussehen. Als Nahrungsgrundlage gelten auch hier Pflanzen und Pflanzenteile.
Der carnivore Tasmanische Teufel (auch: Beutelteufel) hingegen gleicht in seinem Aussehen vielmehr einem Hund und auch sein zu beobachtendes, partiell aggressives Verhalten macht ihn zu einem weniger beliebten Spielgefährten. Bei Gefahr oder Aufregung verfärben sich seine Ohreninnenseiten rot und er beginnt unangenehm zu riechen. Sein natürliches Verbreitungsgebiet ist dem Namen entsprechend allein der Staat Tasmanien, zusätzlich kann er jedoch auch in Zoos anderer australischer Bundesstaaten beobachtet werden.
Vögel Australien
Als zentrale Laufvögel Australiens lassen sich der Emu (Dromaius novaehollandiae) sowie auch dessen Unterart, der Kasuar (Casuarius), aufführen. Beide sind Herbivore, besitzen ein straußenähnliches Aussehen und erreichen eine Größe von bis zu 1,60m.
Der Emu ist dabei jedoch unauffällig bräunlich gefärbt und nahezu überall in den australischen Steppenlandschaften zu finden.
Der adulte Kasuar hingegen weist an Hals-und Kopfbereich eine auffallend blaue, rote bzw. gelbe Färbung auf und besitzt auf dem Kopf einen prägnanten helmartigen, verhornten Auswuchs. Sein Lebensraum ist der verwachsene Regelwald primär an der Nordostküste um Mission Beach und Cape Tribulation.
In vieler Munde ist Australien jedoch nicht nur als der faszinierendste sondern auch als der gefährlichste Kontinent verschrien und selbiges ist in Anbetracht der folgenden „Übeltäter“ auch kaum zu verleugnen.
Irukandji Würfelqualle
Zum Schluss soll die Aufmerksamkeit auf die kleinsten gefährlichen Meeresbewohner gerichtet werden, die Würfelquallen (Cubozoa). Selbige sind in Australien als sogenannter „Jellyfish“ bekannt und es lassen sich zwei zentrale Vertreter unterscheiden: der Box Jellyfish (Chironex fleckeri, siehe Bild) und der kleinere Irukandji Jellyfish (Carukia barnesi). Der Box Jellyfish ist das gefährlichste Meerestier der Welt, besitzt eine bläuliche Färbung und erreicht etwa einen Schirmdurchmesser von 20-30 cm. Am Schirm selbst hängen einzeln oder zu Gruppen zusammengefasst die gefährlichen Waffen, die Tentakeln. Sie erreichen eine Länge von bis zu 3m und sind mit Gift ausstoßenden Nesselzellen besetzt. Kommt das Nervengift mit der Haut in Berührung führt selbiges zu heftigen Schmerzen, zu Blasenbildung, einem Anschwellen der Haut sowie auch zu Krämpfen und Herzbeschwerden.
Die Irukandji Würfelqualle erreicht nur einen Schirmdurchmesser von 1-2 cm und besitzt vier etwa 75cm lange Tentakeln mit Nesselzellen. Sie kommt insgesamt jedoch seltener vor als der Box Jellyfish.
Eine Bedrohung durch Würfelquallen geht vor allen in den australischen Sommermonaten an den nördlichen Küsten aus. Pro Jahr sterben weltweit etwa 50 Menschen und etwa 20000 leichtere Verletzungen treten allein in australischen Küstengewässern auf. Einen adäquaten Schutz bieten Stinger Suits (Anzüge aus Lycra) oder Stinger Netze. Für evtl. Hautkontakte stehen an den Stränden zudem Essiglösungen bereit.
Spinnen Australien
Die Spinnenwelt Australiens fußt primär auf zwei für den Menschen gefährlich werdenden Arten, der Trichternetzspinne (Atrax robustus) und der Rotrückenspinne (Latrodectus hasselti). Atrax ist schwarz bis blauschwarz gefärbt, nahezu unbehaart und 2,5 cm (Männchen) bis 4cm (Weibchen) groß. Sie lebt im namensgebenden Bereich Sydney sowie im Raum Newcastels. Ihre Gefahr beruht auf einem Nervengift, welches sie über Giftklauen in ihre Opfer injiziert und damit deren Muskeln lähmt. Besonders aggressiv sind bei dieser Art die Männchen. Todesfälle treten, dank der Entdeckung eines Gegengiftes 1971, heute jedoch nicht mehr auf.
Rotrückenspinnen sind mit 14mm Körperlänge kleiner als die Trichternetzspinnen. Auch sie sind schwarz bis dunkelbraun gefärbt, ihre Weibchen besitzen jedoch den namensgebenden roten bis orangefarbenden Streifen am Abdomen. Selbiger kann durchaus als Gefahrenzeichen interpretiert werden, denn bei dieser Art sind wiederum die Weibchen das gefährlichere Geschlecht. Ein Biss endet bei dieser Art jedoch nicht tödlich. Rotrückenspinnen halten sich v.a. in menschlicher Umgebung aus, primär an Orten erhöhter Verschmutzung. Insgesamt gelten allein 30 von 1500 Spinnenarten als gefährlich.
Schlangen Australien
Kleiner als Krokodil und Hai, jedoch keinesfalls ungefährlicher, sind die australischen Schlangen. Diesbezüglich ist Australien absoluter Spitzenreiter und beheimatet alle giftigsten Vertreter.
Auf Platz eins und drei finden sich dabei der Inland Taipan/ Westlicher Taipan (Oxyuranus microlepidotus) und der östliche Taipan (Oxyuranus scutellatus). Der Inland Taipan lebt in Wüstengebieten Zentralaustraliens, ist hell-bis dunkelbraun, sehr schlank und erreicht eine Länge von 2 bis 2,5m. Seine Gefahr geht von ca. 6mm langen Giftzähnen aus, welche er bevorzugt in Beutetiere wie Ratten oder andere Kleinsäuger schlägt. Der östliche Taipan ist ebenfalls bräunlich gefärbt und wird sogar bis zu 3 m lang. Auch seine Giftzähne werden mit ca. 12mm doppelt so groß wie die des Inland Taipans. Verbreitet ist die drittgiftigste Schlange primär im Nordosten Australiens und dabei in trockenen Wäldern sowie in offenen Graslandschaften. Beide Taipanarten sind lebend gebärend und primär scheu.
Der zweitgiftigste Vertreter der Schlangenwelt ist die King Brown Snake (Pseudonaja textilis). Sie gehört zur Gattung der Braunschlangen und ist überall in Australien beheimatet. Ihr Körper ist schlank, bis zu 2m lang und variabel von beige über gelb bis hin zu braun gefärbt. Zum Teil zeigt sich auch eine Musterung. Typisch für die King Brown Snake ist ihr Abwehrverhalten, bei dem sie den Körper vertikal und s-förmig aufrichtet und ihr Maul dabei aufreißt. Hilft diese Geste nicht, beißt sie plötzlich mehrmals zu.
Neben diesen drei giftigsten Vertretern finden sich in Australien des Weiteren die westliche Braunschlange(Platz 10), die Tigerotter (Platz 7) sowie auch verschiedene ungiftige Pythonarten.
Haie Australien
In marinen Lebensräumen stellen Haie die primär gefährlichen Vertreter dar. Australien weist diesbezüglich etwa 460 Arten auf, wobei jedoch nur etwa 44 als wahrlich gefährlich eingestuft werden können. Darunter finden sich beispielsweise verschiedene Riffhai-Arten sowie auch der Gemeine Grundhai, der Bullenhai, der Tigerhai und der Weiße Hai (Carcharodon carcharias). Letzterer ist wohl der bekannteste Vertreter unter selbigen. Er besitzt eine blaugraue bis graubraune Rückenfarbe, einen weißen Bauch, ein spitzes Maul mit dreieckigen gesägten Zähnen und kleine schwarze Augen. Zudem ermöglicht sein spindelförmiger Körper eine schnelle Fortbewegung und Beutejagd.
Gegenüber anderen Haiarten ist der Weiße Hai nicht rein kaltblütig, sondern kann seine Körpertemperatur im Gegensatz zur umgebenen Meerestemperatur um etwa 10-15 °C anheben. Dies ermöglicht eine erhöhte Mobilität sowie eine Besiedlung auch kälterer Lebensräume. Carcharodon carcharias erreicht eine Größe von bis zu 7m bei einem Gewicht von mehr als 2000kg.
Insgesamt sollten Haie als Raubtiere sicher nicht unterschätzt werden, jedoch ist die Chance, von einem Hai attackiert zu werden, geringer als von einem Blitzschlag getroffen zu werden. Statt des Menschen bevorzugen Haie eher Fische, Robben oder Seehunde als Nahrungsgrundlage, sodass Haiattacken zumeist auf Verwechslungen mit selbigen oder auf die Verteidigung ihres Territoriums zurückzuführen sind. Statt den Hai als Dämon darzustellen, sollte er vielmehr als hilfsbedürftiges Wesen betrachtet werden, denn elf Arten stehen bereits auf der Roten Liste (darunter auch der Weiße Hai) und weitere 70 sind gefährdet.
Krokodile Australien
So zeigen sich in Flüssen und Flussmündungen der Nord- und Nordostküste gehäuft Leistenkrokodile (Crocodylus porosus, siehe Bild) und Johnstonkrokodile (Crocodylus johnsoni).
Leistenkrokodile (oder auch Salzwasserkrokodile) werden dabei mit max. 7m Körperlänge bedeutend größer als ihre gegenübergestellten Süßwasserverwandten mit max. 3m.
Die Namensunterscheidung ist dabei jedoch irreführend, da beide Arten sowohl in Süß- als auch in Salzwasser leben können. Salzwasserkrokodile eben einfach intensiver im Salzwasser. Als Nahrungsgrundlage dienen beiden Taxa sowohl Insekten und Krebse als auch kleine Amphibien, Reptilien oder Säuger.

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